16 Bars Rap - Das ist die Bedeutung von 16 Bars für einen Rap Text

16 Bars: Die Währung im Rap

16 Bars – Rap mit System

Der „16er“. 16 Bars. Codewort und Passwort zugleich um als „Insider“ in die Untiefen des Rapgames gelassen zu werden. Ein 16 Bars Text ist die Grundwährung im Rap. Aber was ist die Bedeutung von 16 Bars? Und warum genau 16? Schauen wir es uns an:

Im Rap wird mit Reimen abgerechnet. Zeilen sind deine Waffen aber Reime sind deine Zielgenauigkeit. Deine Präzision. Und Inhalte sind deine Treffer. So weit, so nachvollziehbar.

Ein Magazin umfasst dabei 16 Zeilen. Sechzehn. Keine mehr, keine weniger. Aber:

 

Warum genau 16 Bars?!

Der 16er, die alles bestimmenden 16 Bars sind die Messlatte, an der du antreten musst. Warum genau 16 Bars und nicht 17 oder 39?

Die Kurzantwort: Weil sich diese Taktzahl für Rap so eingebürgert hat. (Bzw. Beats im 4/4 Takt, welche 4 mögliche Betonungen pro Zeile nach sich ziehen, welche im normalen Tempo geflowt 16 Silben pro Zeile nach sich ziehen. Und bei einer „normalen“ BPM-Zahl landet man unter diesen Bedingungen nach 40-60 Sekunden meistens am Ende eines 16ers. Und das passt ziemlich gut für Hörer & Co.)

 

Es gehen natürlich prinzipiell auch 12, 8, 24 oder 1.000 Bars.

 

Wichtig dabei ist in jedem Fall vor allem eines: Das es eine gerade Anzahl an Zeilen ist.

 

Warum keine ungerade? Weil dann eine Reimzeile offen bleibt und das ganze ziemlich schief klingt.

Heißt: Du kannst natürlich auch 3, 7 oder 21 Zeilen schreiben.

Nur das hört sich in den meisten Fällen dann keiner gern an. (Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder, zum Beispiel wenn du die letzte Zeile einer Strophe mehr oder minder bereits Off-Beat rappst. In diesem Fall ist es eine Frage des Beats. Da diese „überhängende“ Zeile allerdings kein Reim-Gegenstück hat, ist sie technisch gesehen auch keine Rap-Line. Denn diese definieren sich ja dadurch, dass sie Reime beeinhalten. Mehr dazu auch in meinem Artikel „reimen lernen„)

 

Heißt unter’m Strich: Auf 16 Bars haben sich einfach alle geeinigt. So wie darauf, dass 100 kg beim Bankdrücken solide sind.

Weil’s gut klingt, die richtige Länge bzw. Hördauer hat, einen natürlichen Takt beinhaltet, sich hervorragend für Texte mit natürlich gesetzten Reimen eignet und perfekt auf das Rapschema von geraden Anzahlen an miteinander verknüpften Zeilen passt. 16 Bars sind der Sweet Spot für Raptexte.

 

In kurz: Der 16 Bars Text funktioniert einfach und liefert gute Ergebnisse.

 

Wie gesagt: bei den meisten Geschwindigkeiten (BpM – Beats per Minute) landest du mit 16 Bars auch irgendwo in der Nähe einer Minute pro Strophe.

Was oftmals ganz gut passt. (Vgl. Stelle über die optimale Tracklänge auf Spotify im Video)

 

Ich schätze, dass mindestens 80% – 90% aller Raptracks aus 16er-Strophen bestehen.

Wobei das dank dem Trap-Hype ein wenig aufgeweicht wurde.

 

Um es kurz zu machen: Mit 16 Bars machst du alles richtig.

Sie sind deine Leitlinie wenn du so möchtest.

 

Die Antwort auf die Frage “Was ist ein 16er (im Rap)” lautet also:

  • Ein 16er = 16 Bars = 16 Zeilen = 16 Takte.
  • Ein 16er im Rap sind also 16 Zeilen.
  • 16 Zeilen sind (fast immer) eine Strophe im Rap.
  • Eine Zeile = 4 Zählzeiten / 4 Betonungen.

 

Mit dieser einfachen Grundlage kannst du also jede Strophe ganz einfach decodieren.

Du zählst einfach die Zählzeiten und nach jeder vierten beginnt eine neue Zeile. Das machst du sechzehn Mal und et voila: Du kennst die Strophe.

Klar soweit? Gut, dann weiter!

Auf den Punkt gebracht:, es gibt nur drei sehr einfache Regeln für eine Rapstrophe:

  • Sie ist (fast) immer 16 Zeilen lang.
  • Eine Zeile entspricht 4 Betonungen. (auch Zählzeiten genannt)
  • Endreime setzt du immer geradzahlig ein. (Du lässt also keinen Reim offen)
  • Eine Strophe besteht immer mindestens aus 2 Zeilen.

 

That’s it. Eines der großen Rätsel für viele Rap-Akolythen ist damit gelöst.

 

Wenn du bei einem deiner 16 Bars Texte mal partout nicht weiter kommst, gibt es neben den zahlreichen Tipps und Tools die ich dir schon mitgegeben und erläutert habe, auch noch weitere Möglichkeiten. Du kannst diese auch unabhängig davon als Inspiration oder Nachschlagewerke nutzen. Wie du das machen kannst und welche Tools und Tricks dir dabei am meisten helfen, findest du in meinem Buch „herausragende Raptexte schreiben – so geht’s!

Rap on!

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Buch herausragende Raptexte schreiben – so geht’s!

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